Kosmologisches

und elementare diesseitige Orientierungsansätze

 

Eine Entdeckungsreise zu den letzten Daseinselementen

Enträtselung der geheimnisvollen Zeit

Die Denkherausforderungen des Bill Bryson zu den ersten Anfängen und zu den letzten Dingen

 

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Eine Entdeckungsreise zu den letzten Daseinselementen

 

Ich beschäftige mich seit langem u.a. auch mit der Frage: Was sind die tatsächlich wahrnehmbar vorzufindenden Bedingungen, unter denen wir leben müssen? Das ist eine Frage, die auf so elementare Grundpfeiler für unser Existieren abzielt.        

Hier kommt man natürlich nur dadurch voran, dass man das Erkenntnisvermögen nutzt, das dem Menschen nun einmal von Natur in einer großen Variationsbreite geschenkt ist. Aber bei der Fragestellung, mit der ich mich hier beschäftigen will, geht es nicht um unser Erkenntnisvermögen in jeder nur immer erdenklichen Bandbreite. Hier ist nur eine Erkenntnisfähigkeit gefragt, die eben allein in diese Richtung zielt: Was gehört zu unserem Dasein als ein tatsächlich wahrnehmbar vorzufindendes Geschehen und welches abschließend gesicherte Wissen können wir hierzu erlangen? Sowie: Welche weiteren offenen Fragen tun sich hieran in engster Anlehnung dann über das „tatsächlich Wissbare“ hinaus zusätzlich noch auf? – Es bewegt mich so seit langem die Frage, was es denn „bis zum letzten Grund“ mit unserer leiblichen oder auch stofflichen Beschaffenheit auf sich hat. Was in uns bewirkt, dass wir eine Gefühlswelt haben, Empfindungen, das Denkvermögen, das Fragen nach vielleicht irgendwelchen letzten Dingen.

Also was hat es mit der materiellen Beschaffenheit auf sich, die uns am Leben erhält? Da fragt man sich doch z.B. warum kann ein Computer mit seinen ausgeklügelten Programmen alle Aufgaben der Logik lösen, mit Zufallsschaltungen auch Logikprogramme beliebig blockieren, durch eigene Lernvorgänge immer klüger werden usw. und trotzdem offenkundig keine echte Lebendigkeit zustande bringen (d.h. nicht einmal wenigstens ansatzweise so etwas wie echte Empfindungen, echte Gefühle hervorbringen)? Technische Geräte haben wohl entscheidend ein Manko gegenüber allem Lebendigen: Anscheinend ist jeder Organismus in allen Bereichen des Lebendigen  mit einer Gabe ausgestattet, die einem Rechner nie einprogrammiert werden kann – eben die aus sich selbst funktionierende Lebendigkeit, die von sich aus alles mitbringt, um sich als Organismus selbst zu erhalten.

Und warum kann man andererseits aber auf der Stufe des Lebendigen an jedem Organismus Befähigungen feststellen, die (wenn z.T. auch nur im Allerentferntesten) in das Seelische des Menschen hinein wirken? Weil das Seelische, was auch immer man darunter verstehen will, eben in allerletzten Verästelungen immer auch mit der ganz natürlichen Beschaffenheit des Organischen verwurzelt ist.

Ich habe mich über einen längeren Zeitraum mit Überlegungen beschäftigt, durch die ich letztlich zu der Überzeugung kam: Das Stoffliche selbst, aus dem unsere gesamte physikalische Wirklichkeit besteht, ist Träger aller Fähigkeiten unseres „lebendigen Existierens“.

In jüngster Zeit gelangte ich zusätzlich an die Fundstellen, die diese (meine) Überzeugung abrundeten. Es handelt sich um „Die Glücksformel“ von Stefan Klein. Und um „ALLES FÜHLT“ von Andreas Weber.

Es spricht vieles dafür, dass das Seelische, was auch immer man darunter verstehen will, in allerletzten Verästelungen immer auch mit der ganz natürlichen Beschaffenheit des Organischen verwurzelt ist. Dieses in aller Schärfe und Entschiedenheit zu verstehen, dafür hat man jetzt u.a. auch „Die Glücksformel...“ von Stefan Klein zur Verfügung. Dem ersten, oberflächlichen Eindruck nach so eine Art „Lebensratgeber“, wie sie uns zu Genüge in Wort und Schrift begegnen. Tatsächlich aber ist hier im Kern etwas von einem völlig anderen Gehalt vorzufinden:  Es beschäftigt sich alles mit einem engagierten Eindringen in das Rätselraten um die Beschaffenheit des Menschen überhaupt. Und das (Stand 2003) nach den jüngsten wissenschaftlichen Befunden.

Es gab ja stets das Rätselraten darüber, was es mit der Ausnahmestellung des Menschen auf sich hat. Wie der Mensch anscheinend ausersehen ist, von etwas unsterblich Seelischen her – abgehoben weit über alle sonstige Kreatur hinaus - vor allem in einer Art Vergeistigung mit seelischer Unsterblichkeit  existieren zu können. Oder zumindest doch nach irgendwelchen seelischen Antriebskräften über jede Freiheit in einer geistigen Willensbildung zu verfügen.    

Mit „Glücksformel“ hat man jetzt Material zur Hand, das verblüffend eindringlich an diesen Fragenbereich heranführt (und zwar sehr unaufdringlich, keineswegs „missionarisch“): Die Funktionsweisen des Lebendigen vor allem in dem Empfindungsbereich, Gefühlsbereich werden sehr exakt aufgezeigt. Also vor allem das, was wir im Bereich des Organischen an „Verhaltenssteuerungen“ vorfinden und was über die Steuerungsprozesse in vielen technischen Bereichen qualitativ weit hinausgeht. Zugleich aber tauchen dann auch (wenn auch stets unerwähnt) die Fragen auf, woher das Lebendige all die Fähigkeiten, die Befähigungen hat, um all diese Prozesse und Abläufe zu steuern und in Gang zu halten.

Wir haben Bewusstsein, wir schreiben uns Geist und seelische Befindlichkeiten zu. Aber was ist die letzte treibende Kraft dabei? In „Glücksformel“ können wir nachlesen, wie so vieles anscheinend „seelisch Abgehobene“ ganz klar nachweisbare Verknüpfungen im Neuronen-Netzwerk unseres Gehirns hat. Was wir dabei aber nicht nachlesen können ist: Wieso und woher haben die „Neuronen-Schaltungen“ diese Fähigkeit?  

Hier geht Andreas Weber in „ALLES FÜHLT“ einen überraschend neuen Weg: Das Phänomen, dass alles Organische mit einer völlig eigenen Selbststeuerung begabt ist, wird in jeder Bandbreite als „spezieller Forschungsgegenstand“ in Angriff genommen. Der Autor benutzt hierbei u.a. auch eine „spezielle Terminologie“, mit der unmissverständlich das „Gerüst“ der von ihm entwickelten Theorie untermauert und verfestigt wird. (Es ist zweckmäßig sich nebenher „frühzeitig“ mit dem Glossar vertraut zu machen, wenn man alle Zusammenhänge in dem Buch verstehen will.) Lt. Glossar wird die Denkrichtung des Buches als „Schöpferische Ökologie“ umschrieben: Lebewesen werden als Subjekte verstanden, bei denen Empfindung und nicht Informationsverarbeitung die grundlegende Leistung der Organismen ist. – Wieso dann tatsächlich „das Fühlen“ steuernd auf die gesamte Selbstorganisation einwirkt, das wird anhand von zahlreichen Befunden dargestellt. (Die begleitenden „lyrischen und epischen“ Passagen des Buches müssen nicht von dem „großen Leitfaden“ ablenken; sie sind ganz einfach eine Bereicherung.)  

Jetzt zurück zu meinen eigenen Ausarbeitungen.

Die Verfechter einer „unbedingten qualitativen Besonderheit“ des Seelischen, Geistigen argumentieren ja meist in der Richtung: Seelisches, Geistiges hat so sehr eine Eigenständigkeit, führt so sehr ein „Eigenleben“, dass alle Versuche, hier mit der Erforschung von Gehirnstrukturen vorankommen zu wollen, überhaupt scheitern müssen.

Die Zielrichtung dieser Argumentation geht ziemlich eindeutig dahin: Wir haben nach wie vor alle Freiräume für eine Abwendung von den jetzt geläufigen allzu materiellen Erklärungsversuchen des Seelischen, Geistigen. Seelisches, Geistiges kann nicht wirklich durch die „Neuronen-Verdrahtungen“ erklärt werden. Also ist damit auch weiterhin die Tür offen für ein separates Ausdeuten  des Seelischen, Geistigen. - Und das wird dann in dem üblichen Überschwang weiterhin auch weidlich ausgenutzt. Göttliches, menschliche Würde, unsterbliche Seele, der einzigartige Wert des Geistigen usw. usf. – all dies tritt dann wie gehabt an die erste Stelle, alles weitere schrumpft zur Bedeutungslosigkeit zusammen, wird abfällig als das nur „rein Materielle“ abqualifiziert.  

Aber wenn man sich an grundlegenden Daseinszusammenhängen orientieren will, sollte man sich nicht von Voreingenommenheit leiten lassen. Etwa nach der Devise: „Ich sehe die Dinge so, wie ich sie von meiner ganz bestimmten Sichtweise her nun einmal sehen will, und dann werte ich die die Zusammenhänge auch so, wie ich sie nun einmal in meiner Sichtweise werten möchte“. Die Vorstellungen und Bilder, die bei so einer Vorgehensweise entstehen, haben oft die Schwachstelle, dass sie nicht mit den wirklich vorgegebenen Zusammenhängen übereinstimmen. Dabei gilt immer wieder - meine ich - : Jeder mag sich die Welt ausmalen, wie es ihm nur immer beliebt; er sollte nur immer das Zugeständnis dabei machen, dass es sich dabei um seine höchst persönliche Weltsicht handelt - ohne berechtigten Anspruch darauf, die Dinge so zu erfassen, wie sie nun einmal tatsächlich beschaffen sind. Bei dem Bemühen um ein Verstehen aller Zusammenhänge beginne ich sozusagen erstmal auf einer untersten Ebene (unter Berücksichtigung des mit „Glücksformel“ und „ALLES FÜHLT“ usw. zur Verfügung stehenden Materials)  und versuche Klarheit darüber zu gewinnen, wie überhaupt alles Daseiende im Grunde beschaffen ist.

Der entscheidende Schritt bei meinem Denkansatz ist die Einsicht, dass das Stoffliche im Dasein eine große Bedeutung hat. Das Stoffliche ist nicht wegzudenken. Es ist etwas tatsächlich Vorgegebenes, alles besteht daraus, lebt daraus - also: Welche Bedeutung hat es dabei wohl?  

Ich will hierzu noch einmal meinen eigenen Denkansatz und den daraus entwickelten Lösungsweg aufzeigen. In aller Kürze: Es ist schwierig, die Zusammenhänge im Dasein zu verstehen. Es ist geradezu unbegreiflich: Vor etwa 15 Milliarden Jahren begann das Universum - so wird in der Naturwissenschaft angenommen - mit der Entstehung von Kräfteballungen auf kleinstem Raum. Daraus entwickelten sich über unvorstellbar lange Zeiträume die Elemente, die Himmelskörper, unser Sonnensystem mit dem Planeten Erde. Auf der Erde vor etlichen Milliarden Jahren erste primitive Formen von organischem Leben. Und am Ende dieser Entwicklung - wie ein extrem kurzer Zeitblitz in der gesamten Entwicklungsspanne - der Mensch.

Jeder der einzelnen Entwicklungsschritte, die vom unverstehbaren Urknall bis zu dem heutigen Stand geführt haben, ist so unbegreiflich, dass Aufbau und Gestaltung unseres jetzigen Daseins beinahe schon als ein überhaupt unmöglicher Geschehensablauf erscheinen. Und doch existiert die Welt sehr stabil in der bekannten Vielfalt - geradezu wie selbstverständlich. Der Mensch - eingebunden in der sogenannten Gesellschaft, eingebunden in einer bestimmten geschichtlichen Entwicklung mit bestimmten kulturellen Ausformungen. Dabei scheint es dann bei allem für ihn die Bestimmung zu sein, dass er gerade so lebt, wie er in all diesen Einbindungen lebt.

Aber was bedeutet dieses Eingebundensein? Lassen sich daraus unumstößliche Ansprüche oder Verpflichtungen ableiten? Oder ist alles nur ein Rahmengeschehen, in dem das Leben jedes Einzelnen nun einmal einfach so in seiner unbegreiflichen Einzigartigkeit abläuft - bei dem aber doch immer die Frage bleibt, was das alles überhaupt eigentlich zu bedeuten hat?

Um diese letztendlich unbegreiflichen Zusammenhänge ein wenig überschaubarer zu machen, suche ich nach den Antriebskräften, durch die all dieses Geschehen in den 15 Milliarden Jahren Daseinsablauf seine Ausformung gefunden haben mag. Als den Schlüssel hierfür sehe ich das Wesen des Stofflichen an, hierdurch finde ich eine Vereinfachung beim Verständnis aller Zusammenhänge. (Denkspiele dieser Art hat es in der Menschheitsgeschichte immer wieder gegeben; ich spiele das alles noch einmal durch - jetzt nach dem Stand des bisher Erforschten.) Das Stoffliche. Was alles allein das Stoffliche hervorbringt - ohne erkennbar weiteres Zutun von irgendwoher. Ich verwende dafür die Kurzformel „Bananen und Schimpansen“. Ich könnte auch sagen: Grünfutter und Graugans oder Elefant oder irgendein Wesen aus dem Tierreich sonst. Also Bananen und Schimpansen. Alle Leistungen, die unsere irgendwie Vettern, unsere entfernten Verwandten aus dem Tierreich, zustandebringen, werden einfach getragen, aufrechterhalten, weitergegeben dadurch, dass das elementar Stoffliche in der richtigen Zusammensetzung zu derartigen Leistungen imstande ist. Das ist der Denkansatz, der so provozierend wirkt auf diejenigen, für die alles, was nach Materialismus klingt oder mit Materiellem zu tun hat, ein Ärgernis darstellt: Da ist ein Daseinsbereich - unbeseelt, der von keiner höheren Wesenheit erfüllt ist, fern jeder Vergeistigung (und dergleichen mehr), und genau dieser Daseinsbereich - das Stoffliche - soll dennoch uneingeschränkt, „vollends“ also (!), Träger alles Lebendigen, aller Empfindungen, Träger auch alles Seelischen sein! (hierzu immer wieder der Hinweis auf das Material in „Glücksformel“ und „ALLES FÜHLT“.) - Das ist ein geradezu unerträgliches Ärgernis für den, bei dem das Dasein sozusagen erst in geistigen Dimensionen beginnt... Aber derartige Empfindlichkeiten nehme ich nicht ernst, weil sie mir bei meinem Fragen nicht weiterhelfen, ja, im Wege sind. Und so bin ich wieder bei diesem Denkansatz: Das elementar Stoffliche - damit meine ich die Atome, also Elektronen, Protonen, Neutronen usw. in ihrer eigenartigen Beschaffenheit. Und die Leistungen, die so durch das Stoffliche zustande kommen, sind nichts anderes als die Leistungen, die auch unser gesamtes körperliches Leben bestimmen. Bei den Schimpansen spielt sich das alles unterhalb der Schwelle des Bewusstseins ab: Zuneigung, Trauer, Freude, Sozialverhalten, wohl auch einfachste Denkleistungen usw. - nicht als eine Vorstufe unserer entsprechenden körperlichen Verhaltenssteuerungen, sondern in gleicher Antriebssteuerung. Nur dass dabei eben nicht, wie bei uns, alles von einem ausgeprägten Bewusstsein begleitet und gelenkt wird. Stoffliche Steuerungen aller körperlichen Regungen beim Menschen wie beim Schimpansen. Dieses Phänomen ermöglicht ein umfassendes Daseinsverständnis, wenn zielgerichtet gefragt wird: Was ist das, dieses Stoffliche, das in einem ungeheuren Ausmaß unser Leben bestimmt? Unser Empfinden, Wollen, Können? Was ist das Wesen dieses Stofflichen, und was ist der darin verborgene Antrieb, der bis zum Schimpansen - aber auch bis zu dem Menschen hinreicht? Jedes Elektron, Proton, Neutron baut die Strukturen des Organischen auf, nimmt am Lebendigen teil, ist selbst Lebendiges - in jedem Tier und im Menschen, wenn es nur die geeignete Einbindung in einem Organismus dort findet.

Ein Lebewesen existiert allein aus der Fähigkeit des Stofflichen, sich zu Lebewesen organisieren zu können. Das Bemerkenswerte an diesem Phänomen ist, dass dieses nicht durch eine einmalige Urzeugung in der Welt vorhanden ist. Sondern im Stofflichen steckt immerfort soviel Fähigkeit, Lebendiges zu bilden, dass es stets von neuem voll am Lebendigsein teilnimmt, sobald es - als zunächst toter Stoff - in einem lebendigen Organismus eingebaut wird. Die gesamte lebende Tierwelt z.B. existiert nur, weil Stoffliches immer wieder durch Nahrungsaufnahme zu tierischen Körpern wird, weil Stoffliches die organischen Körper auf diese Weise auf die jeweils mögliche Größe anwachsen lässt. Stoffliches ist dabei nicht irgendein „Hilfsstoff“, der durch eine Motorik im tierischen Körper wie ein bloßes Zubehör in Funktion gehalten wird. Sondern das Stoffliche selbst entwickelt voll die antreibende Motorik im tierischen Körper, wenn es dem tierischen Körper „einverleibt“ wird. Ich folgere daraus: Es muss bei diesen Vorgängen im Stofflichen eine Kraft  freigesetzt werden, die im Stofflichen von vorn herein vorhanden ist.  Wird Stoffliches dem Lebendigen einverleibt, dann erfüllt es die Funktionen der Nervenbahnen, die Gedächtnisleistung, die Verhaltensantriebe. Kurz: Alles das, was an körperlichen Leistungen überhaupt vorzufinden ist, kommt durch das Wirkungsvermögen des Stofflichen selbst zustande.

Zu dem Stofflichen in seinen grundlegenden Zügen stoßen wir überall auf falsche Vorstellungen. Es sind falsche Vorstellungen von unserer wahrnehmbaren Welt, wenn wir als ihren letzten Grund nur eine Art tote, irgendwie körnige Materie sehen. Sondern das Stoffliche ist eben auch alles Lebendige um uns herum bis hin zu den sensibelsten Empfindungen und Höchstleistungssteuerungen, wie wir sie von unserem Empfindungs- und Orientierungsvermögen her kennen. Und ich meine, das geht sogar so weit, dass sich sagen lässt: Wir erleben, wie dieses Stoffliche auch unser Geistiges, das Bewusstsein mit aufbaut, für ein ungeheuer gekonntes Wechselspiel zwischen Körper und Geist handhabbar ist. Wir erleben, wie erst durch das Sich-Ausbilden des Gehirns als etwas Organischem auch das Bewusstsein zustandekommt. Das Seelische, ziemlich gleich, was man darunter versteht, hat so wiederum auch Anteil am Stofflichen. Denn was wir überhaupt über das Seelische wissen, ist immer ein Wissen von einer bereits mehr oder weniger ausgeformten Seele - es ist das Zusammenwirken von Denkvermögen, Bewusstsein, Körperempfinden, was unsere Seele ausmacht. Kurz: Seele als etwas von der Körperlichkeit völlig Abgehobenes, das gibt es nicht. Seele hat immer mit dem zu tun, was das Stoffliche als das Körperliche zustande bringt. Das Stoffliche ist so imstande, Träger von Denken, Bewusstsein, Geist zu werden - mit der Körperlichkeit des Menschen. Das Stoffliche hat in der richtigen Zusammensetzung und bei der richtigen Wirkungsweise eben dieses Vermögen, Träger des Seelischen zu sein.

Aber woher kommt dieses Vermögen? Wird es von irgendwoher dem eigentlich dazu unfähigen Stofflichen hinzugefügt? Nein, es entsteht aus dem Stofflichen selbst, denn das Tier baut sich auf aus letztlich „toter Materie“. Diese letztlich „tote Materie“ ist als das Stoffliche zu höchster Empfindung im tierischen Bereich fähig. Wir kommen hier auch nicht weiter, wenn wir hier alles auf einen allzu eng gefassten Begriff „Instinkt“ reduzieren. Denn dann bleibt rätselhaft, warum soziale Zuwendung, sozialer Zusammenhalt, Aufopferung für den Nachwuchs, Stimmungen von Zufriedenheit bis Wut beim Menschen herausragende, ja, auszeichnende Fähigkeiten sein sollen, beim Tier dagegen auf geradezu mechanistisch verlaufende Instinkthandlungen reduziert werden sollen.  Und es bleibt rätselhaft, wie bei unserem Vetter im Tierreich, dem Schimpansen, allein aus dem Stofflichen heraus auf einmal so etwas wie das Denken beginnt: Nicht mehr nur das sozusagen lineare Kausal-Verhalten: Weil etwas geschieht, darum folgt eine bestimmte, genau angepasste (tierische) Verhaltensweise. Sondern es kommt hier - qualitativ völlig neu - zu einer Unterbrechung in der einfachen linearen Kausalkette: Wenn etwas geschehen soll - wie kann es dann erreicht werden? Es findet hier also eine echte Denkpause statt. Wenn viele Stöcke bereit liegen, aber alle zu kurz, um den Apfel heran zu angeln, ja, dann der „Einfall“: Stöcke zusammenstecken, bis die „Angel“ lang genug ist (und dergleichen Beispiele mehr, Kisten stapeln usw. - alles im „rein stofflichen Bereich des Schimpansengehirns“; aber was soll hier noch ein abwertender Begriff Instinkt?). - Hierzu noch der Hinweis, dass diese Sichtweise keine Art Vitalismus ist. Denn es werden bei diesen Überlegungen nicht zusätzlich Vitalkräfte hinzuerfunden. Sondern es wird alles ganz allein als „nur aus dem Stofflichen bestehend“ gewertet. Es gibt keine zusätzlichen vitalistischen Kräfte. Die „tote Materie“ selbst ist als das Stoffliche zu höchsten Leistungen im Organischen fähig.

Auf welche Weise „toter Stoff„ immerfort von neuem Anteil hat am Aufbau alles Lebendigen und dabei selbst das Lebendige wird - das erkläre ich mir so: Einerseits gibt es im Stofflichen einen Entfaltungsdruck. Das Stoffliche drängt aus einer inneren Dynamik heraus dahin, immer neue Ausformungen zu finden. Andererseits stehen für das Gestalten aus diesem Entfaltungsdruck heraus immer nur bestimmte Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung; diese werden von einer Entwicklungsstufe zur nächsten immer vielfältiger und komplizierter. Ist aber aus dem Entfaltungsdruck heraus erst einmal eine bestimmte Entwicklungsstufe erreicht, dann wirkt diese wie eine zustande gekommene „Schaltmechanik“: Stoffliches, das in geeigneter Form hier einfließt, nimmt mit seinem Entfaltungsdruck dann aktiv an der auf der an dieser Stufe erreichten Entfaltung teil.

Um diese Überlegungen noch etwas abzurunden: Über „Urzeugung“ von Leben aus „toter Materie“ existieren bisher nur Hypothesen; es liegen dabei Erkenntnisse zugrunde über die Bildung erster organischer Verbindungen bei bestimmten chemischen Abläufen in einer experimentell rekonstruierten Ursuppe, wie sie vor etwa 3,5 Milliarden Jahren existiert haben mag. Die „Evolutionsschritte“ von diesem ersten organischen Leben her sind aber ziemlich genau nachvollziehbar. D.h. wie im gesamten  Entwicklungsprozess z.B. die Augen entstanden, Gehör, die Wirbelsäule und über unbegreiflich zahlreiche „Vorstufen“ irgendwann einmal unsere nächsten Verwandten in der Fauna, die Schimpansen...    Die   „Gene“   mussten   hierfür   durch   die   Evolution   jeden   einzelnen  Entwicklungsschritt vollbringen bis zu diesem Endergebnis. (Ausführliches über die Bildung erster organischer Verbindungen bei bestimmten chemische Abläufen wird von Carsten Bresch in „Zwischenstufe Leben“ beschrieben. Die „Evolutionsschritte“ von diesem ersten organischen Leben her sind ziemlich genau nachvollziehbar. D.h. wie im gesamten Entwicklungsprozess z.B. – „ganz zuletzt auch“ – die Augen entstanden, Gehör, die Wirbelsäule und über unbegreiflich zahlreiche „Vorstufen“ irgendwann einmal unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen... Die „Gene“ mussten hierfür durch die Evolution jeden einzelnen Entwicklungsschritt vollbringen bis zu diesem Endergebnis. Aber das ist nicht nur bei Bresch nachlesbar.)  

Was ich jetzt sagen will, ist: Die Gene jeder Entwicklungsstufe - ob bei unserem urzeitlichen Zeitgenossen Quastenflosser oder bei unseren Vettern, den Schimpansen - tragen immer genau die „Formungskraft“ in sich, dass sie von der befruchteten Eizelle her - sozusagen zunächst als reine „Formungskraft“, als reine „Steuerungskraft“ - das geeignete Stoffliche (organisch oder anorganisch) genau wieder (Mutationen ausgenommen - und selbstverständlich in dem Spiel sämtlicher Vererbungsvarianten) in das Lebewesen umformen, dem sie selbst entstammen. Und hierbei, genau bei diesem Prozess, ist das von der befruchteten Eizelle aufgenommene Stoffliche nicht ein „Hilfsstoff“, der irgendwie das „Wachstum“ nur trägt. Sondern es wird selbst wieder genau dieses Lebewesen mit all den qualitativen Besonderheiten, die generell schon Mutter und Vater innewohnen und die von den Formungskräften der Eizelle und der Samenzelle her  dann (bei Befruchtung) eben dieses neue Lebewesen zustande kommen lassen.

Ich möchte noch einmal hervorheben, dass diese Überlegung nicht eine Art Vitalismus zum Inhalt hat. Alles, was über die Gesetzmäßigkeit der Evolution bekannt ist, z.B. die natürliche Selektion, die hier stattfindet und die die „Höherentwicklung“ verstehbar werden lässt, an all dem will ich nicht im Geringsten herumdeuteln. Und selbstverständlich niemals eine Simplifizierung in der Richtung: Stoffliches in der richtigen Zusammensetzung ergibt Lebendiges, also erproben wir die künstliche Erzeugung z.B. eines Schimpansen aus „toter Materie“ unter Verwendung von etwa 50% Kohlenstoff, 20% Sauerstoff, 10% Stickstoff, 4% Calcium und in den bekannten Prozentanteilen noch Phosphor, Chlor, Eisen usw. (ähnlich unserer eigenen „materiellen“ körperlichen Zusammensetzung). Das ist purer Unfug.

Die vor etwa 3,5 Milliarden Jahren geschehene Umwandlung von „toten Materieteilchen“ in erste organische Formen wie z.B. Aminosäuren sind der entscheidende, „unverzichtbare“ Schritt. Aber was dann nachfolgend - bis zum Menschen hin - geschieht, ist immer die Teilhabe des („toten“)  Stofflichen am „Lebendigsein“: Die befruchtete Eizelle (die Zygote) besteht zunächst „nur“ aus einer stofflich (organisch) gebildeten Formungskraft; diese „Formungskraft“ lässt die Zygote durch das Hereinnehmen von letztlich „toter Materie“ zu einem Lebewesen nach dem Bild der Eltern heranwachsen. Ohne die Hereinnahme von Kohlenstoff, Wasserstoff, Phosphat, Eisen usw. müsste sie - als diese „Zelle mit einer Formungskraft hin zu einem neuen Lebewesen“ - absterben, ohne je die Ausformungen zu eben diesem Lebewesen realisiert zu haben, ohne Hören und Sehen, ohne Denken, Fühlen und Empfinden... Hereinnahme von Kohlenstoff, Wasserstoff usw. - diese letztlich Elektronen, Neutronen, Protonen oder als noch tiefere „Elementarstufe“: Quonen - selbstverständlich in der Form von Proteinen, Kohlehydraten usw. - Aber das „Lebendigsein“ ist  immer doch das „potenzielle Vermögen des Stofflichen selbst“, das sich vor etwa 3,5 Milliarden Jahren in einer „Urzeugung“ zum „Lebendigsein“ umwandelte.

Dieses alles gehört zum tatsächlichen Daseinsgeschehen und ist auch Teil meines Existierens. Ich kann über das Dasein unmöglich eine einigermaßen zutreffende Sichtweise gewinnen, wenn ich die Bedeutung des Stofflichen einfach ignorieren wollte. Die gedankliche Beschäftigung mit all diesen Zusammenhängen mag als materialistisch abgetan werden; das ist nicht meine Sache. Der Mensch mag sich noch so sehr in die Rolle des Vergeistigtseins hineinträumen - das Stoffliche ist nicht wegzudenken.

Mit Materialsammlungen wie u.a. in „Glücksformel“ und „ALLES FÜHLT“ dargeboten haben wir exakte Funktionsbeschreibungen, wie die Neuronensteuerungen Träger des Seelischen, Geistigen sind. Die eigentlichen „potenziell-dynamischen“ Antriebskräfte liegen aber – so meine ich – im Stofflichen selbst.  

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Enträtselung der geheimnisvollen Zeit

Zeit als eine konstante Denkfalle

Ich beginne mit dieser „Schlüssel-Einsicht zur Zeitproblematik“: Alles, was ich an Berichten über das Wesen der Zeit in Erfahrung bringen kann, bestärkt mich in meiner Erkenntnis, dass es „Zeit“ in Form einer realen physikalischen Zeitspanne überhaupt nicht gibt. „Zeit“ als eine wie auch immer geartete Zeitspanne existiert nur als das spezielle Vermögen aller Lebewesen, eine Fülle von beliebigen Eindrücken als eine zeitliche Abfolge im eigenen Inneren speichern zu können.

Warum diese Anschauungsweise nicht unproblematisch ist, das lässt sich überaus überschaubar ablesen gerade bei der Beschäftigung mit der Arbeit ZEIT/Der Stoff aus dem das Leben ist von Stefan Klein (ungekürzte Ausgabe 2008 Fischer Taschenbuchverlag).

Die Problematik, das Wesen der Zeit zutreffend einzuschätzen, hat ganz einfach diese Ursache: Seit Menschengedenken hat man die übliche Zeit-Wahrnehmung als ein unbedingt  wirklichkeitsgetreues „Abbild“ des vorzufindenden Daseinsgeschehens gewertet. Tatsächlich aber ist diese Zeit-Wahrnehmung – wie oben als Schlüssel-Einicht erwähnt - lediglich das Vermögen, zahlreiche (wie auch immer „gemessene“) Ablaufvorgänge im eigenen Inneren speichern zu können. Aus genau diesem Grund muss es auch immer einen „letzten Grad“ von Nichtübereinstimmung von „zeitlicher Wirklichkeitswahrnehmung“ und der tatsächlichen „physikalischen Wirklichkeit“ geben: Die in   jedem   Lebewesen   gespeicherten   Ablaufvorgänge haben als „gespeicherte Vermessungs-Einheiten“ absolut Realität; alles Lebendige organisiert sich „artgerecht“ nach derartigen „Zeitspeicherungen“. In der physikalischen Realität gibt es dagegen nur ein ununterbrochenes Fließgeschehen aller Daseinsabläufe ohne dass dabei jemals eine tatsächliche Zeitspanne in Erscheinung tritt. 

Zu dieser Problematik können wir bei Stefan Klein (als letzten Wissensstand zu dem Rätsel „Zeit“) nachlesen: … Inzwischen sind wir immerhin etwas klüger geworden. Woraus die Zeit besteht, kann die Wissenschaft zwar noch immer nicht sagen. Doch erklärt ist, warum wir ihr Vergehen erleben…

Der allgemein verbreitete grundlegende Wissensstand zur Zeitproblematik ist damit nach heutigem Stand umschrieben; demnach ist hier vieles immer noch rätselhaft. (In diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf die ZDF-Sendung vom 13. Mai 2010 von Harald Lesch Wie ‚tickt‘ die Zeit?; auch hier bleibt immer noch die Frage offen „was Zeit tatsächlich eigentlich ist“.)   

Wenn man zu dem „Zeiträtsel“ entscheidend vorankommen will muss man sich  in diesem  Bereich einmal „unvoreingenommen“ kritisch der Physik zuwenden. Man kann dann erkennen, wie gerade die Physik als Wissenschaft mit einer unkritischen Übernahme aller geläufigen Zeitvorstellungen in eine erstaunliche Konfusion gerät.

Ich gebe hierzu die gegensätzlichen Auffassungen nach meiner „Schlüsseleinsicht“ und davon abweichend nach den geläufigen Anschauungsweisen (gerade auch der Naturwissenschaft) in einem kurzen Überblick wieder:   

Meine Schlüsseleinsicht: Es gibt und gab unmöglich jemals eine echte Zeitspanne, niemals eine echte physikalisch ermittelbare Zeitdauer; alles, was wir als Zeit wahrnehmen, beruht allein auf der Fähigkeit von „Zeitspeicherungsvorgängen“, zu der (im Weg der Evolution) speziell alle Lebewesen befähigt sind.

Dagegen die Auffassung der Naturwissenschaft: Zeit, Zeitdauer können als eine tatsächlich existierende Größe gemessen werden; Zeitdauer und Zeitspannen müssen daher als tatsächlich existierende Größen gewertet werden.

Ich möchte diese unterschiedlichen Auffassungen, die nicht miteinander zu vereinbaren sind (und von denen ich die eigene Auffassung für die einzig richtige halte) anhand verschiedener Ausführungen von Stefan Klein verdeutlichen.

Welche tatsächlich existierende Zeitdauer lässt sich durch Messung nachweisen?

Alles, was Stefan Klein im Kapitel 13 „Die Entmachtung der Uhren / Ist Zeit nur eine Illusion?“ entwickelt, handelt immer nur von „Zeitgeschehnissen“, die lediglich als Veränderungsvorgänge gemessen wurden. D.h.: Eine beliebige Veränderungsabfolge im Daseinsgeschehen wird mit einer anderen Veränderungsabfolge verglichen; niemals wird dabei eine allerkürzeste Zeitspanne selbst gemessen. Die verblüffend einfache Erklärung hierfür: Weil es eine allerkürzeste Zeitspanne in der physikalischen Realität nie gegeben hat und nie geben wird. Wahrnehmbar Daseiendes ist immer nur ununterbrochenes Ablaufgeschehen ohne jeden Stillstand; es finden fortwährend immer nur unaufhörliche Veränderungen statt, die aus sich heraus niemals auch nur für eine kürzeste „Zeitdauer“ einen echten Stillstand aufweisen. Allein der Mensch besitzt die Fähigkeit, zu diesem Ablaufgeschehen Messungen vorzunehmen. Die Ergebnisse dieser gemessenen Ablaufveränderungen lassen sich (das ist unsere Alltagserfahrung) speichern. Und die jeweils so gespeicherten Mess-Ergebnisse lassen sich mit allen anderen gespeicherten „Veränderungs-Mess-Ergebnissen“ vergleichen. Die Speicherung der Mess-Ergebnisse selbst erschafft aus sich heraus niemals irgendeine tatsächlich existierende Zeitspanne; alles, was wir unter Ist Zeit nur eine Illusion? bei Stefan Klein nachlesen können, betrifft nur und ausschließlich die jeweilige Aktion des Vermessens und die Speicherung von Mess-Ergebnissen (immer und ausschließlich nur in der Form von dem Vergleichen von schon vorhandenen, d.h. bereits gespeicherten Mess-Ergebnissen).

Wenn es in dem erwähnten Text also heißt:  „ … Zeiten kürzer als 10 hoch -43 Sekunden kann es nicht geben. Das ist die sogenannte Planck-Zeit …“, dann müsste es richtiger heißen: … schnellere Veränderungsvorgänge als die Planck-Zeit lassen sich durch eine Messung nicht mehr erfassen und so auch nicht mehr als gemessene Veränderungsvorgänge speichern.

Oder wenn in dem Text u.a.  davon  die  Rede  ist, dass  bewegte Uhren  langsamer  laufen, dann beweist das dazu beschriebene Mess-Ergebnis doch nur, dass sich die tatsächlichen „realen“ Veränderungsabläufe anders verhalten als es nach den üblichen „Zeitvorstellungen“ zu erwarten wäre. Es wird bei all den in diesem Zusammenhang beschriebenen Experimenten und Theorien nie bewiesen, dass wir es hier jemals mit auch nur einer einzigen tatsächlichen Zeitspanne, d.h. mit einem auch nur allerkürzesten Stillstand im fortwährenden Veränderungsgeschehen alles wahrnehmbar Daseienden zu tun hätten.

Des Rätsels Lösung zu allem in meinen folgenden Ausarbeitungen etwas ausführlicher wiedergegeben: Ein erster Denkansatz für die Lösung des „Zeiträtsels“: Es geht um die verfestigten Anschauungsweisen zu der üblichen „Zeit-Vorstellung“. Bei genauerem Überlegen sollte es einem eigentlich klar sein, dass es in der Realität aller wahrnehmbaren Daseinsabläufe  eine „tatsächliche Zeitdauer“ gar nicht gibt.  Es gibt in der Realität allen tatsächlichen Geschehens (behaupte ich) nie etwas anderes als einen ununterbrochenen Ablauf von Veränderungsvorgängen ohne auch nur eine geringste feststellbare Zeitdauer in der Form von „gedehnten Zeitspannen“ – und seien sie auch noch so kurz!

Trotzdem läuft unser Leben unbestreitbar in genau erfassbaren Zeitspannen ab.

Eigentlich rätselhaft dieses scheinbar Paradoxe: Wir leben in fortwährend unaufhaltsamen „augenblicklichen“ Daseinsveränderungen; kein einziger Daseinsvorgang wiederholt sich auf genau dieselbe Weise, wie er sich gerade ereignet hat. Und trotzdem können wir uns ziemlich sicher anhand von überschaubaren Zeitspannen und Zeiträumen orientieren und können uns zuverlässig in bewährten Zeiteinteilungen bewegen.

An dieser Absonderlichkeit ist schon oft herumgerätselt worden, gelegentlich wohl auch mit „extremen“ Deutungsversuchen. Aber immer blieb es im Großen und Ganzen bei der Anschauungsweise: Zeit ist so etwas wie eine für sich selbst real existierende Größe, die sich lediglich wegen der hierzu extrem schwierigen Beobachtungsbedingungen nur mühsam in den Griff bekommen lässt.

Mich fasziniert an dieser anscheinend paradoxen Sachlage, dass wir genau hier mit zwei ganz markanten Fragestellungen in die unerforschten Dimensionen der „Grenzmetaphysik“ geraten; „Grenzmetaphysik“ in dem ganz enggefassten Sinn „Grenzbereich des einwandfrei empirisch Erfassbaren und den dann gerade dort doch unabweisbar auftretenden offenen Fragen“. 

Erstens: Wenn doch zu allem, was „augenblicklich“ geschieht, jedes „Gestern“ als eine noch tatsächlich vorhandene Realität überhaupt nicht mehr existent ist – mit welchem „Gestern“ als einer tatsächlich existenten Realität leben wir denn dann in unserem jeweils für uns selbst wahrgenommenen Daseinsgeschehen? (Oder um hierfür ein anderes Bild zu benutzen: Bei exakt zutreffendem Kenntnisstand existiert alles Daseinsgeschehen nur als eine jeweils nicht einmal „hauchdünne“ Zeitgeschehensscheibe im Ablauf aller Daseinsveränderungen; jedes Vorher ist tatsächlich unwiederbringlich dahin, jedes Kommende hat noch keine Existenz. Was tatsächlich existent ist, befindet sich in einer ununterbrochenen Dauerveränderung weg von einem nicht  mehr Daseienden hin zu einem überhaupt noch nicht Existenten; also rückwärts betrachtet: nichts als absolute Leere. Und nach vorn betrachtet: auch nichts als eine völlig unausgefüllte Leere – denn: wäre die Zukunft auch nur im Geringsten schon irgendwie tatsächlich „besetzt“, dann müsste das jeweils Gegenwärtige damit in Kollision geraten; „Zukünftiges“ dieser Art gibt es aber als Realität nicht. – Die markante Fragestellung bei dieser Sachlage also: Was hat es mit dem „Drumherum“ zu unserer  nicht einmal „hauchdünnen“ Zeitgeschehensscheibe auf sich? – Wir können es unmöglich wissen. Wir haben in diesem Grenzbereich ziemlich genaue Kenntnisse von den Daseinsbedingungen in unserem wahrnehmbaren Universum, aber was es darüber hinaus geben mag, das wissen wir nicht. (Ob damit jedes weitere Fragen sinnlos ist – wie zu derartigen „Grenzsituationen“ oft behauptet wird – darüber unter „Grenzmetaphysik“ an anderer Stelle mehr.)          

Zweitens: Wie kann es denn überhaupt angehen, dass wir für uns selbst in überschaubaren Zeitspannen  leben,  wenn  es  doch  (nach den obigen Überlegungen)  in den tatsächlich ablaufenden Geschehensabläufen unmöglich „echte“ Zeitspannen/Zeitausdehnungen gibt, sondern eben nur ein ständiges, „zeitlich“ niemals ausgedehntes Veränderungsgeschehen?

Des Rätsels Lösung: Die Natur hat es im Lauf des Daseinsgeschehens zustande gebracht, dass tatsächlich unter allen unaufhörlichen Veränderungsvorgängen so etwas wie eine „Zeitspeicherung“ geschehen konnte und eine „Zeitspeicherung“ immer noch geschieht.

Verkürzt - zu einer ersten Veranschaulichung - wiedergegeben: Mit dem Werden unseres Universums von ersten Anfängen her hat die Natur aus ihrer „Werkzeugkiste“ irgendwann (nach unvorstellbar zahlreichen Entwicklungsschritten) organisches Leben aus anfänglich „toter“ Materie entstehen lassen. Kaum gab es aber erstmal organisches Leben (wir betrachten hier  nur, was aus der Werkzeugkiste der Natur auf unserem blauen Planeten tatsächlich zustande gekommen ist) – da begann mit den ersten Lebewesen das „Ausüben von Zeitspeicherung“.

Organisches Leben ist „lebenserhaltende Selbstorganisation“ unter Verwendung geeigneter „toter“ Materie. Und bei dieser „Selbstorganisation“ nutzt jedes Lebewesen jetzt jede sich bietende Gelegenheit, sich „selbsterhaltend“ immer intensiver zu organisieren, jede mögliche Erweiterung anfänglich vorhandener organischer Strukturen herbeizuführen und sich im eigenen organischen Aufbau auch immer weiter zu spezialisieren.

Was da Schritt für Schritt im Einzelnen vor sich ging ist durch die Evolutionsforschung weitgehend entschlüsselt worden; ich möchte hierzu nur auf die Fundstelle Zwischenstufe Leben/Evolution ohne Ziel? (Fischer Taschenbuchverlag, 3. Aufl. 1983) von Carsten Bresch verweisen; in dieser Arbeit ist das gesamte Entwicklungsgeschehen in unserem Universum mit allen „Endphasen“ auf unserem blauen Planeten mit außerordentlicher Klarheit wiedergegeben.

Mir geht es bei all diesen bekannten Zusammenhängen jetzt aber darum, das Rätsel „tatsächlich entstehende Zeitdehnung in unserem Dasein trotz ausschließlich unabänderlich stetiger Veränderungsvorgänge“ zu klären. Des Rätsels Lösung finden wir (wie ich meine), wenn wir auf den Kunstgriff einer Art Rückkopplung aufmerksam sind, wie er in der Werkzeugkiste der Natur für alle Lebewesen „erfunden“ wurde.                        

Jedes Lebewesen in Flora und Fauna, jede Pflanze, jedes Tier besitzt „artgerecht“ in etwa eine innere Kenntnis darüber, was „zeitlich“ in dem jeweils eigenen Lebensbereich wann und wie geschehen sollte. Mit jeder Höherentwicklung von ersten Anfängen her in immer intensiverer Ausprägung.  

Bei Rupert Riedl Biologie der Erkenntnis/Die stammesgeschichtlichen Grundlagen der Vernunft (dtv, ungekürzte Ausgabe 1988) finden wir in diesem Zusammenhang u.a. unter Die stoffliche Grundlage der Programme usf. diese Hinweise: „… So unumgänglich die lernenden Moleküle für die Evolution sind, verglichen mit der Schnelligkeit individuellen Erfahrungsgewinns wäre es katastrophal, viele Generationen lang auf die Verbesserung einer Reaktion zu warten, und die dann wieder viele Generationen lang unverändert mitschleppen zu müssen…“. Es folgen Ausführungen über „höchst differenzierte Muster molekularer Erfahrung“. – Rupert Riedl hat (lt. Hoimar von Ditfurth, sinngemäß) „das Konzept  der  ‚evolutionären Erkenntnistheorie‘  auf  ein  festes  systematisches Fundament                                                      

gestellt…“. Aus diesem großartigen Werk verwende ich für das von mir bestaunte Geschenk   der  Natur   „Entstehen  von   Zeitdehnungen“  nur  die    Fundstellen   über  die„molekularen  Programmierungen“.   Ich   will   daran   deutlich  machen:   „Anorganische Moleküle“ kennen keine „organisierte Programmierung“, die zu Zeitdehnungen führen könnte. Nur die Moleküle in einem Lebewesen lassen sich von gerade jeweils diesem Lebewesen so programmieren, dass dadurch eine „Zeitdehnung“ entsteht. 

Auf dieser Grundlage skizziere ich in großen Zügen meine Überlegungen und Folgerungen zu dem Phänomen, dass es „im Bereich des Lebendigen“ durchaus Zeitspannen, Zeitdehnungen gibt, obwohl doch die tatsächlich wahrnehmbaren Geschehensabläufe niemals eine echte Zeitspanne, eine Zeitdehnung aufweisen. 

Wir machen die Erfahrung, dass Pflanzen eine Kenntnis darüber besitzen, wann z.B. das Erblühen einzusetzen hat, wann die Früchte zu reifen haben, wann – je nach Pflanzenart – das Laub  abzuwerfen ist. (Selbstverständlich geschehen die Steuerungen auch aufgrund direkter äußerer Beeinflussungen. Aber zu dem Thema einer „völligen Eigensteuerung“ finden wir im Hamburger Abendblatt vom 12.06.10 gerade wieder ein entscheidendes Forschungsergebnis der Wissenschaftler Jiri Friml und Hartwig Lühten unter Woher die Pflanze weiß, wann sie wachsen soll: „Es gibt in Pflanzen viele Hormone, aber keines ist so vielfältig wie Auxin. Es steuert fast alle wichtigen Prozesse in Pflanzen…“ mit weiteren Ausführungen über direkte „künstliche“ Eingriffsmöglichketen zu dieser „endogenen“ Eigensteuerung.)      Ähnlich in der Fauna die Gefiederten: Vögel besitzen ein inneres „Wissen“, wann z.B. der Abflug in die Nistgebiete einzusetzen hat, wann mit dem Nestbau begonnen werden sollte. Haustiere und Zootiere haben die Fütterungszeiten im Gedächtnis. Alles vermöge dessen, dass die eigentlich „tote“ Materie in einem lebenden Organismus die Fähigkeit besitzt, derartige „Zeitsteuerungen“ zu programmieren: Es werden „molekulare Speicherungen“ vorgenommen, die „isoliert vom äußeren Veränderungsgeschehen“ einigermaßen konstant ihre Strukturen beibehalten (obwohl sie damit natürlich auch nur Teil jedes „Augenblicksgeschehens im tatsächlichen Daseinsablauf sind“ – vergleichbar z.B. dem kaum veränderbaren chemischen Element Gold, das selbstverständlich auch niemals im kosmischen Gesamtgeschehen in einer konstanten Einmaligkeit ohne alle Übergänge aus anderen atomaren Strukturen immer nur das Element Gold war; nein, was im tatsächlichen Daseinsgesamtgeschehen scheinbar andauernde Konstanz besitzt, wird in Wirklichkeit auch „irgendwann“ durch die unablässigen Veränderungsvorgänge im tatsächlichen Daseinsgeschehen umgeformt).     

Zu jedem Lebewesen gehört es also ganz fundamental, dass es mit einer „inneren Uhr“ ausgestattet ist und von dieser „inneren Uhr“ in seinem gesamten Verhalten beeinflusst und gesteuert wird. Um das anscheinend Paradoxe des Phänomens „Zeit“ noch einmal auf den Punkt zu bringen (wenn hier an dem scheinbaren Widerspruch zwischen tatsächlich nur unablässigem Veränderungsgeschehen ohne jede echte Zeitspanne in unserem Dasein und einer „Zeit-Realität“ bei jedem Lebewesen herumgerätselt wird): Obwohl es im tatsächlichen Daseinsgeschehen nie etwas Anderes als eine Abfolge ständiger Veränderungen gibt – ohne auch nur die geringste „echte Daseins-Zeitspanne“, so erschafft jedes Lebewesen in sich selbst doch „Zeitsteuerungen“. Jedes Lebewesen ist in den Prozess eines „unaufhaltsamen Veränderungsgeschehens im Dasein“ eingebunden, bewegt sich in seinem Inneren dabei aber so, wie sich für das eigene Leben zuverlässig brauchbare  Zeitspannen erzeugen lassen.

In Fauna und Flora verlaufen diese Vorgänge „unbewusst“: Die „molekularen Strukturen des  Stofflichen“ (s. oben) regeln selbsttätig im gesamten Organismus jeweils eines Lebewesens alle derartigen Verknüpfungen und Veränderungsabläufe ohne eine „übergeordnete bewusste Eigensteuerung“; Letzteres bleibt nur dem Menschen vorbehalten. Das ist die bewusst erlebte Zeit als ein Geschenk der Natur an den Menschen.     

Im Grunde bietet allein die Möglichkeit der „Zeiterzeugung“, die in Einmaligkeit einzig allen Lebewesen verliehen ist, den Freiraum für die unzähligen „Bewusstseins-Eskapaden“, wie    wir  sie   beim   Menschen   beobachten   können.  Man   kommt   zu   ernüchternden

Feststellungen, wenn man den „Bewusstseins-Bereich“ von all diesen Zusammenhängen her beurteilt. Tiere (und Pflanzen) müssen die „Zeitspeicherungen in ihrem Inneren“ so präzise wie nur irgend möglich nach den tatsächlich vorgegebenen realen „Außenbedingungen“ ausrichten. Davon hängt alles erfolgreiche Entfaltungsgeschehen ab. Bei Tier (und Pflanze) findet im Inneren ein ständiger Austausch aller (individuell) gespeicherten Informationen mit allen immer wieder neu hinzukommenden „Außeneindrücken“ statt. Das muss präzise funktionieren, andernfalls werden die Überlebensmöglichkeiten beeinträchtigt. Beim Menschen finden wir hierzu eine völlig veränderte Ausgangslage vor: Auch dem Menschen ist von der Natur „immanent“ das Geschenk der Zeitspeicherung mitgegeben. Aber der Mensch benutzt sein Bewusstsein, sein Reflexionsvermögen vor allem dazu, „auf alle tatsächlich vorgegebenen realen Außenbedingungen auf Distanz zu gehen“. Dies ist eine – nur beim Menschen gegebene - Eigentümlichkeit, die einer intensiveren Analyse wert ist.

Abschließend eine kritische Bewertung der Eskapaden, zu denen sich Menschen immer wieder bei ihrer bewussten Zeitwahrnehmung hinreißen lassen 

In der Tierwelt geschieht die aus dem jeweiligen Inneren heraus gelenkte („molekulare“) Zeitsteuerung der einzelnen Individuen nicht nur in einer „totalen Abhängigkeit“ von den jeweils vorherrschenden Daseinsbedingungen „ohne jede Einsichtsfähigkeit in kompliziertere Zusammenhänge“. Nein, wir wissen: Auch Tiere können „denken“. Nicht alle, aber Schimpansen z.B., so auch Orang-Utans, beherrschen einen „denkend ersonnenen Werkzeuggebrauch“: Es wird nicht nur „reflexartig“ auf jedes äußere Daseinsgeschehen reagiert. In bestimmten Fällen wird mit („überlegend“) einsichtiger Planung vorgegangen, wenn sie nicht „reflexartig“ zu lösen sind. Inzwischen weiß man, dass derartiges bei nicht wenigen Geschöpfen im Tierreich zu beobachten ist. Krähen, Kalmare z.B. vollbringen die erstaunlichsten „Denkleistungen“, d.h. – nicht ein „blindes Ausprobieren“, sondern durch innere Merkfähigkeit für Zuordnungen von „Werkzeugen und Verfahrensweisen“, die über ein bloßes unmittelbares Reagieren hinausgehen.

Beim Menschen erleben wir hier jetzt eine bemerkenswerte Besonderheit: Es ist die Fähigkeit („das unablässig wirksame Vermögen“) zu den tatsächlich vorgegebenen Daseinsbedingungen „auf Distanz zu gehen“. „Distanz“ durch die Begabung immer von einer „bewussten“ Wahrnehmung begleitet zu sein, „geistige Bereiche“ erdenken und besetzen zu können. Für Texte und Aufsätze zu anderen Themenbereichen wie z.B. „Grenzmetaphysik“ oder auch „etablierte Denkstile mit Beharrungstendenz“ (dies kritisch von Ludwik Fleck herausgearbeitet) komme ich immer wieder auf diese Zusammenhänge zurück.

Enträtselung der Zeit  als eine ganz natürliche lebenserhaltende Sinnestäuschung

Zeit ist nichts anderes als das jeweils von einem Lebewesen gespeicherte eigene bewegte Lebensgeschehen – das ist verkürzt die Kernaussage zu den hier von mir entwickelten Überlegungen. Ohne eine derartige von den Lebewesen auf diese Art und Weise zustande kommende Zeitspeicherung gibt es im gesamten Dasein niemals und nirgendwo eine „eigenständig existierende Zeit“. 

Die Physik z.B. kann daher auch unmöglich eine für sich selbst eigenständig existierende Zeit ermitteln – aus dem ganz einfachen Grund: Weil alles Daseinsgeschehen aus nie etwas anderem besteht als aus unablässigen unaufhaltsamen Veränderungsvorgängen (ich wähle hierfür die Kurzbezeichnung „immerwährende ununterbrochene Fließvorgänge“). Es existieren niemals „echte Zeitspannen“, auch nicht in allerkürzester Form. Sondern die Physik kann lediglich einzelne Mess-Ergebnisse zu Veränderungsvorgängen ermitteln und die derartig „gespeicherten Mess-Ergebnisse“ zueinander in Beziehung setzen. (Es handelt sich bei allem um eine Art Sinnestäuschung – entfernt vergleichbar der Suche nach dem  „Ende des Regenbogens“. Ein Regenbogen lässt sich fotografisch festhalten, er lässt sich auch graphisch in Bildgestaltung wiedergeben – aber er ist dennoch keine eigenständig existierende „greifbare Konstruktion der Natur“ sondern nur eine „flüchtige farbige Lichterscheinung, die durch Brechung und Spiegelung der Sonnenstrahlen an einer Regenwolke entsteht“.)       

In der Physik ist die Überzeugung vorherrschend als sei man immer ganz nah dran an der Messung einer eigenständig existierenden kürzesten Zeitpanne im kosmischen Geschehen – und behandelt die dabei jeweils gemessenen Veränderungsgrößen dann so, als seien sie Teil eben dieser vermuteten eigenständig vorhandenen Zeitspannen.

Tatsächlich aber ist auch hier die „gemessene Zeit“ nichts anderes als überhaupt jede Art und Form von Zeitspeicherung, wie sie der „bewusst lebende Mensch“ ab seiner Geburt bis zu seinem Lebensende mit der Aufnahme jeder Wahrnehmung, jedes verfügbaren Wissensschatzes, jedes anzueignenden oder selbst entwickelten Gedankens als seinen eigenen Lebensinhalt in seinem Inneren aufbaut und vervollkommnet.

Jedes Lebewesen erschafft sich auf diese Weise seine eigene „Lebenszeit-Insel“. Auf unserem blauen Planten existieren derartige „Lebenszeit-Inseln“ tatsächlich – einfach eben (aber auch einzig und allein) durch die jeweilige Lebensgestaltung, wie sie ein Lebewesen für sich selbst zustande bringt. Derartige „individuell vollbrachte Lebensgestaltungen“ sind selbstverständlich übergreifend miteinander vernetzt. Und der Mensch hat als ein Geschenk der Natur die Fähigkeit, alles bereits vorhandene Wissen über derartige „Lebensinhalte und Lebenserfahrungen“ aufgreifen zu können als eine Bereicherung der eigenen „Lebenszeit-Insel“.  Aber  außerhalb   all   dieser  tatsächlich stattfindenden „Zeitgestaltungen“ bei allen

Lebewesen gibt es nirgendwo ein eigenständiges hiermit vergleichbares echtes Zeitgeschehen. Jedes Lebewesen erschafft sich seine Zeit (seine „Zeitinsel“) selbst. Und soweit auf diese Weise „Zeit“ nicht zustande kommt gibt es nirgendwo für sich selbst existierende „Zeiterscheinungen“!          

Mit der Zeit leben ohne in Denk- und Orientierungs-Fallen zu geraten

Gedanklich gibt es als „echte zuverlässige Vorstellungswelten“ die ungeheuren Zeiträume, die unser Universum schon hinter sich gebracht hat. Wir greifen hierzu immer von Neuem auf die Zeugnisse zurück, die wir zu den Geschehnissen der Vergangenheit auf unwiderlegbare Weise heute immer erneut auffinden und auswerten können.

Dagegen gibt es in einer ungezügelten Fantasie die verschiedensten Spielarten zu Vorstellungswelten, die mit der tatsächlich erfahrbaren Wirklichkeit nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Diese bei vielen Menschen anzutreffende Verhaltenseigentümlichkeit hier nur einmal kurz gestreift mit Blick auf die als rätselhaft empfundene Zeit. Als ein prägnantes Beispiel die gelegentlich gern benutzte „Zeitumkehr“, wie sie in literarischen Werken vorzufinden ist. Weiterhin: Die etlichen Weltzeitalter der Menschheit sind immer wieder Gegenstand von kühnen Deutungsmöglichkeiten in philosophischen Höhenflügen fernab von den tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen. Auch religiöse Übersteigerungen gehören in diese Rubrik „fantasievolle Vorstellungswelten ohne einigermaßen gesicherte Verankerung in den tatsächlich erfahrbaren Gegebenheiten unserer Daseinswirklichkeit“.   

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Die Denkherausforderungen des Bill Bryson zu den ersten Anfängen und zu den letzten Dingen  

In dem Buch von Bill Bryson „Eine kurze Geschichte von fast allem“ (GOLDMANN, 46071, 5. Aufl. Okt. 2005, Original 2003) sehe ich in erster Linie eine faszinierende Denkherausforderung. Bryson beschreibt hier überaus leicht nachvollziehbar zahlreiche bedeutsame Zusammenhänge und Ursachen bei vielen Phänomenen aus dem Bereich der Naturwissenschaften. Im Kern geht es ihm wohl jedesmal darum, exakt wiederzugeben, welche Funktionen bei all diesen Zusammenhängen und Ursachen erkennbar sind. Welche wissenschaftlichen Kenntnisse hier im übrigen zu fordern sind, das bleibt dabei weitgehend dahingestellt.

Die Denkherausforderung liegt darin, dass Bryson sehr genau beschreibt, was dem Menschen in der Vergangenheit an Vorgängen begegnete, die ihm rätselhaft vorkamen und wie dann mit exakten wissenschaftlichen Methoden diese Rätsel gelöst wurden. Zudem beschreibt Bryson hier in aller Gründlichkeit, wie hierbei immer noch Fragen offen bleiben – oder er lässt doch immerhin erkennbar werden, dass es zu vielen elementaren Vorgängen noch offene Fragen gibt.

Gerade darin sehe ich die Denkherausforderung: Wie soll man sich den Dingen in der Welt stellen, die immer noch rätselhaft sind, die anscheinend ein unauflösbares Geheimnis bleiben? – Wenn man über das hinaus denken will, was wissenschaftlich eindeutig auszumachen ist, gerät man bekannter Maßen in ein heikles Gelände: Es ist im weitesten Sinne all das, was sich unter „Metaphysik“ zusammenfassen lässt. Dieser Bereich ist deswegen so heikel, weil hier zwei unterschiedliche Denkrichtungen geradezu unerbittlich aufeinander stoßen und schon immer aufeinander gestoßen sind. Einerseits die Naturwissenschaft; Vertreter dieser Denkorientierung fragen zunächst immer danach: was finden wir als etwas im weitesten Sinne tatsächlich wahrnehmbar Vorgegebenes vor? Und dann versuchen sie sich einen Reim darauf zu machen, welche weiteren Zusammenhänge hier im Einzelnen bestehen und was hier gerade noch rätselhaft bleibt. Andererseits die „sozusagen naturverbundenen“ Geisteswissenschaften; Vertreter dieser Denkorientierung nehmen  durchaus zur Kenntnis, dass wir in einer wahrnehmbar wirklichen Welt leben. Aber sie sind so gut wie niemals bereit, die dabei tatsächlich vorzufindenden Fakten ernsthaft in ihrem Denken zu berücksichtigen. Statt dessen erfinden sie durch die Gabe der Phantasie allerlei Sinnzusammenhänge, die mit den tatsächlich vorgegebenen Sachzusammenhängen einfach nicht übereinstimmen. Diese unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Denkorientierungen stehen sich deswegen so unversöhnlich  gegenüber, weil die eine Seite (die der Naturwissenschaft) mit gutem Recht begründet behaupten kann, dass man bei etwas Mut zur Geradlinigkeit niemals drum herum kommt, die erfahrbare Wirklichkeit als etwas nun einmal wahrhaft tatsächlich Daseiendes und nicht wegzudiskutierend Vorgegebenes akzeptieren zu sollen. Während die andere Seite (die der Geisteswissenschaften) damit argumentiert, es gäbe im Dasein höhere Werte, die dem Menschen kraft einer besonderen Geisteshaltung zugänglich sind. Und eine Fülle derartiger höherer Werte würden dem Dasein einen tieferen Sinn, eine wahrhaftigere Bedeutung geben als alle Fakten des wirklichen Geschehens, die damit nicht in Einklang zu bringen sind. (Hans Gradmann hat in Das Rätsel des Lebens im Lichte der Forschung  - Ernst Reinhardt Verlag 1962 - diese „Diskrepanz“ überaus anschaulich herausgearbeitet.)

Es erscheint also ziemlich heikel, Naturwissenschaft als einen Grenzbereich auffassen zu wollen, der ein Ernst zu nehmendes Weiterdenken (ein „seriöses Weiterdenken darüber hinaus“) erlaubt. Aber soviel steht fest: Die Gabe des Denkvermögens steht einem Jeden zur freien Verfügung, gedanklich darf man sich mit allem auseinandersetzen, was nur irgend dem Denken zugänglich ist. Ob man sich dann jeder Denkrichtung, jedem Denkinhalt hinzugeben bereit ist, das ist eine Gesinnungsfrage – da dürfte es unbestreitbar entschieden Grenzen geben. Aber der Freude am reinen Erkenntnisgewinn sollten keine Grenzen gesetzt sein.               

Wo begegnet man jetzt bei Bill Bryson so einigen Denkherausforderungen?    - Bryson beschreibt, wie sich unser Kosmos auf eine Singularität eingrenzen lässt. Und kommt in dem Zusammenhang zu der Aussage: „Und so, aus dem Nichts, nimmt  unser Universum seinen Anfang.“ An späterer  Stelle: „Obwohl alle vom Urknall reden, werden wir in vielen Büchern gewarnt, man solle sich darunter keine Explosion im üblichen Sinn vorstellen. Es war vielmehr eine riesige, sehr plötzliche Ausdehnung von ungeheuren Ausmaßen. Aber wodurch wurde sie ausgelöst?“

Die Denkherausforderung liegt hier in den beiden nebeneinander aufgeführten Größen „Singularität“ und „Nichts“. Der Anknüpfungspunkt bei Bryson: „Sich die Singularität als eine Art schwangeren Punkt vorzustellen, der in einer dunklen grenzenlosen Leere hängt, ist zwar eine natürliche, aber auch falsche Vorstellung. Es gibt weder Raum noch Dunkelheit. Um die Singularität herum ist nichts. Dort existiert kein Raum, kein Ort, an dem sie sich befindet. ... Es gibt keine Vergangenheit, aus der sie hervortreten könnte.“ Aber an anderer Stelle dann auch der Hinweis: „Möglicherweise hatten Raum und Zeit auch vor dem Urknall eine völlig andere Form, die wir uns in ihrer Fremdartigkeit nicht vorstellen können, und der Urknall stellt eine Art Übergangsphase dar, in der das Universum sich von einer unbegreiflichen Form in eine andere verwandelte, die wir beinahe verstehen können...“

Ich werte all das eine Herausforderung für das Denkvermögen. Nicht, dass sich hierzu gleich überzeugende Lösungen finden ließen. Aber immerhin lassen sich hier die Grenzen des Erfassbaren eigentlich doch etwas zuverlässiger in den Griff bekommen. – Bei allem, was ohne weiteres unserem Vorstellungsvermögen entspricht, kommen wir am besten mit dem üblichen Gebrauch der Logik voran: Logik ist danach in etwa das richtige Schließen aufgrund gegebener Aussagen. Eine gerade Linie ist z.B. eine Größe, die sich nach der Logik niemals mit einer parallel laufenden Geraden berühren oder schneiden könnte. – Oder z.B. auch dies: Wenn der gesamte Zeitablauf eines Tages vierundzwanzig Stunden beträgt, dann haben zwei Tage einen Zeitablauf von insgesamt achtundvierzig Stunden. Das sind einfachste logische Zusammenhänge. Jedoch: Diese Zusammenhänge haben ihre logische Gültigkeit nur für das uns gewohnte Vorstellungsvermögen. Wenn wir die Inhalte dieser Vorstellungen auf die tatsächliche Beschaffenheit der Wirklichkeit übertragen wollen, dann müssen wir feststellen, dass das einfach nicht geht. Z.B. kann niemand in Wirklichkeit eine gerade Linie immer größeren Ausmaßes herstellen, an der sich feststellen ließe, wo sie in ihrer allerweitesten Länge endet. Und als weiteres hierzu beispielhaft: Unmöglich gibt es im tatsächlichen Wirklichkeitsgeschehen eine echte, für sich selbst existierende Zeitspanne, die sich als Ausgangsgröße verwenden ließe für exakte Zeitberechnungen. Tatsächlich gibt es als Zeitgeschehen nur den Ablauf „augenblicklich geschehender Veränderungen“. Wir können unmöglich einen real existierenden, in sich selbst ruhenden Zeitabschnitt registrieren (unser Dasein kennt so etwas einfach nicht!). Was wir wahrnehmen und registrieren ist immer nur eine Abfolge von Veränderungen. Diese Abfolge messen wir, registrieren wir und nennen diese gemessenen Abfolgen „Zeit“ – wobei sich dann alle gemessenen Abfolgen miteinander vergleichen lassen. Unsere Zeitvorstellung ist ziemlich realitätsnah; denn immerhin kann man auf diese Weise ja den Umfang von Sekunden, von Jahrtausenden, von  Jahrmillionen registrieren und miteinander vergleichen. Nur eine für sich selbst existierende Zeitspanne kann man nie registrieren – weil es so etwas in unserem Dasein eben ganz einfach nicht gibt. (Das ist auch die Erklärung für die Heisenbergsche Unschärferelation:  Unmöglich kann derselbe Vorgang nacheinander auf unbedingt die gleiche Weise beobachtet werden. Ganz einfach deswegen nicht, weil ein jeder Vorgang niemals und unmöglich „im Augenblick verharrt“, weil jeder Vorgang einfach im nächsten Moment als zwar derselbe Vorgang dennoch jede gerade mögliche Zustandsveränderung annimmt.)                    

Wenn man all diese Zusammenhänge bedenken will, muss man eben auch wissen, dass die Methoden der Logik, wie wir sie auf die uns geläufigen Anschauungsformen unserer Daseinserfahrung anwenden, nur noch bedingt zu gebrauchen sind. Das ist gerade dann der Fall, wenn wir das Dasein in seinen größten oder in seinen kleinsten Dimensionen zu begreifen versuchen. Albert Einstein hat es als erster ganz rigoros gewagt, die Phänomene unserer wahrnehmbaren Wirklichkeit auf genau die Art und Weise erfassen zu wollen, wie sie tatsächlich in Erscheinung treten. Die Gesetzmäßigkeiten, die sich daraus dann für eine Daseinsbeschreibung ergeben, sind verblüffend und stimmen nicht mehr mit der uns vertrauten Logik überein. Aber sie stimmen bei jeder Art von Anwendung, wenn man bereit ist, alle Daseinserscheinungen genau so hinzunehmen, wie sie sich der exakten Beobachtung darbieten. (Alles, was per Verifikation oder Falsifikation nur gefordert werden kann, hat sich bei Einsteins Theorien bewährt. Einsteins Sturheit gegen Niels Bohr mit dem inzwischen sprichwörtlichen „Gott würfelt nicht“ wurzelt dann wohl auch darin, das er die nicht exakt erfassbaren Quantensprünge auf einen Mangel an Beobachtungsmöglichkeit zurückführt und nicht – wie Bohr und einige andere Quantenphysiker - auf völlig willkürliche Zustandsveränderungen im Quantengeschehen. – Hans Gradmann kommt zu einer ähnlichen Auffassung bei seiner Beschäftigung mit der Heisenbergschen Unschärferelation.)

Ich komme nach diesen Überlegungen zurück auf die Folgerungen, die Bryson mit dem Daseienden als Singularität verbindet: „Und so, aus dem Nichts, nimmt unser Universum seinen Anfang.“ – Ich frage mich, welche Beweiskraft hat die Singularität des wahrnehmbar Daseienden über eben seine eigene Singularität hinaus? Singularität bedeutet „vereinzelte Erscheinung“. Aber was lässt sich dann über dieses „Vereinzelt-Sein“ hinaus noch weiter ableiten zu allem, was nicht Teil dieser Singularität ist? Singularität hat doch unmöglich aus sich heraus die Macht und die Fähigkeit, in nur irgend etwas Sonstiges hinein zu wirken, was nicht Teil ihrer selbst, also ihrer Singularität ist. Kurz: Eine zutreffende Aussage über das hinaus, was die Singularität selbst beinhaltet, ist nicht möglich denke ich.       

Bei all diesen Überlegungen kommt immer auch das Nichts ins Spiel. Je nach Auffassung als eine ungeheuer geheimnisvolle, überaus komplizierte Größe. Oder das Nichts einfach als ein Nichts ohne jedes Wenn und Aber. Nun hatten wir uns ja durch die Ausführungen von Bryson schon mit dem wahrnehmbar Daseienden als einer Singularität vertraut gemacht. Wie ist dann aber aus diesem Blickwinkel das zu  beurteilen, was nicht dieses als Singularität existierende Daseiende ist? Man kann dann doch von diesem Blickwinkel her generell nur diese einzig zutreffende Aussage machen: Was nicht diese Singularität ist ist nicht diese Singularität, soviel dürfte feststehen... Aber welche in sich schlüssige denkbare Vorstellungen sind darüber hinaus noch möglich? Ein Nichts für sich selbst genommen ist so sehr ein Nichts, dass es jeder weiteren Beschreibung überhaupt nicht zugänglich ist. Denn jedes weitere Merkmal über ein „völliges Nichts“ hinaus lässt ja ein Nichts schon wieder zu einem Etwas werden. Jedes Etwas aber, das aus dem Blickwinkel von unserer Singularität her kein „absolut völliges Nichts“ ist, wäre dann schon ein Etwas, das unmöglich zutreffend als Nichts bezeichnet werden könnte. (Es ist eben so: Es  gibt nicht ein „bisschen mehr oder weniger Nichts“, sondern es gibt nur entweder „überhaupt nichts“ oder statt dessen „etwas“ – in welcher Form auch immer; dann gibt es insoweit jedoch kein „Nichts“. Ein jedes mögliche Etwas ist eben niemals bestimmend dafür, was dann im übrigen „überhaupt nichts“ ist. – Viele Missverständnisse hierzu ergeben sich einfach daraus, dass jeder Physiker bekannter Maßen zu Recht behaupten kann, die rein physikalisch erfassbare Welt sei mit den Grenzen des überhaupt nur irgend Wahrnehmbaren zu Ende; alles über diesen Grenzbereich hinaus sei ein „physikalisches Nichts“. Aber genau hier beginnt dann ja auch das „Weiterfragen“, wenn man überhaupt mal größere Zusammenhänge zu begreifen versucht. D.h. ein rein „physikalisches Nichts“ ist in seiner ganzen Wahrheit eben einfach nur ein „physikalisches Nichts“; es schließt allenfalls alles Denkbare aus, was mit der „physikalischen Realität selbst“ im Widerspruch steht, es schließt aber nicht das Denkbare aus, was sich über die „rein physikalische Realität hinaus“ erahnen lässt. – Und ob es nach dieser Einschätzung neben unserer Singularität als „Augenblicksgeschehen in ständiger Veränderung“ auch noch etwas Weiteres in völlig anderer Form Existierendes geben kann, das aber niemals ein Nichts ist, das halte ich für immerhin bedenkenswert.)

Damit also wieder zurück zu der Frage, ob eine Singularität, wie es unser Dasein ist, alles Bestehen von irgendwie sonstwie Daseiendem absolut ausschließt. Verschärft gefragt, wie zuvor bereits geschehen, ob unser Daseiendes die Kraft, die Macht hat, alles nur sonstwie irgend Seiende davon auszuschließen, in seiner ganz eigenen Seinsform Seiendes zu sein? – Erinnern wir uns: Unsere „Singularität“ hat nun einmal die eigentümliche Bestehensform nur den Zustand der ständigen Veränderung zu kennen und dieses eben in einer räumlichen Ausdehnung. Unsere Singularität gibt es eben nur im Zustand eines jeweils stattfindenden „Augenblickgeschehens“ ohne bleibende, für sich selbst existierende Zeitspanne. Es gibt kein tatsächlich existentes „physikalisches Vorher“, es gibt auch kein tatsächlich existierendes Zukünftiges. - Eine höchst merkwürdige Angelegenheit. Ich meine: Damit also auch eine nächste Denkherausforderung von unserer Wirklichkeit her gegeben. Und wie wäre es nun, wenn es zu allem „wahrnehmbar Erfassbaren“ etwas „unbekannt Daseiendes“ gäbe, das einfach nur da ist, ohne den Zustand der ständigen Veränderung „unserer Singularität“? Nach allem noch eine weitere Denkherausforderung – außer man will einfach ignorieren, dass wir von unserem Dasein her immer noch auf offene, ungelöste Fragen stoßen.    

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